Morgenroutine: 26 Tipps und Ideen

Aktualisiert
Oktober 4, 2020

Szymon

Autor
Szymon

Morgenroutine

Den Großteil meines Lebens war ich eine Nachteule und keinesfalls ein Morgenmensch.

Ich arbeitete bis in die späten Abendstunden. Nach dem Feierabend wurde zu Hause nochmal der PC oder Netflix angeschmissen für die abendliche Unterhaltung. Gegen Mitternacht bin ich dann schließlich ins Bett.

Die Morgen danach waren meist hektisch. Um acht Uhr aufstehen, duschen, schnell was essen, anziehen und ab zur Arbeit. Und das Ganze ging von vorne los. 

Irgendwann habe ich festgestellt, dass es doch nicht alles sein kann und dass mich dieser Lebensstil unglücklich macht. 

Ich hatte keine Zeit für mich und meine Ziele. Das Leben, das ich lebte, gehörte gar nicht mir - zumindest fühlte es sich damals so an.

Das ist wenige Jahre her. 

Mittlerweile stehe ich täglich um fünf Uhr glücklich auf und arbeite für mein eigenes Unternehmen, habe im letzten Jahr über 50 Bücher gelesen, mache täglich Sport und meditiere regelmäßig. Das alles in der Zeit zwischen fünf und acht Uhr morgens.

Wie schaffe ich es?

Ich habe eine Morgenroutine entwickelt, die mir es ermöglicht. Sie hilft mir strukturiert durch den Morgen zu kommen und setzt zudem den Grundstein für den Rest des Tages. Wie der Morgen, so der Tag...

Da eine Morgenroutine sehr individuell ist, habe ich für dich 26 Ideen und Tipps zusammengefasst, die dir dabei helfen, deine eigene Routine zu entwickeln. Ich habe alle davon ausprobiert.

Morgenroutine Tipp 1: Wasser hilft!

Sieben bis acht Stunden Nachtruhe ist eine lange Zeit, in der dein Körper ohne Wasser auskommen muss. Dabei verlierst du durch Atmung und Schweiß eine Menge davon.

Trinke daher gleich nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser.

Warum: Dein Gehirn besteht größtenteils aus Wasser und Dehydrierung verringert deine Konzentrationsfähigkeit. Studien zeigen, dass ein Flüssigkeitsmangel von nur 1,5 Prozent sich negativ auf die Lernfähigkeit und das Erinnerungsvermögen auswirkt.¹ Zudem werden dadurch Giftstoffe ausgespült, die sich während der Nacht in deinem Körper angesammelt haben.

Tipp 2: Kaffee hilft!

Kaffee gilt in Deutschland als Wachmacher Nummer eins. Doch anders als vermutet macht das im Kaffee enthaltene Koffein nicht wach, sondern weniger müde, indem es die Müdigkeitsrezeptoren in deinem Körper blockiert. Ich trinke meinen Kaffee übrigens schwarz und ohne Zucker!

Warum: Koffein kann deine Konzentrationsfähigkeit steigern. Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigte, dass es sich beim Lösen von simplen und komplexen Aufgaben positiv auswirkt.² In einer weiteren Studie aus dem Jahr 2014 konnten die Teilnehmer durch den Konsum von Koffein ihr Langzeitgedächtnis steigern.³

Tipp 3: Keine Snooze-Taste mehr

Einen Wecker findet man in den meisten Schlafzimmern - und mit ihm auch die Snooze-Taste. Die einen lieben, die anderen hassen sie. Wer einmal drückt, der drückt vermutlich mehrmals. Doch viele Schlafforscher sind sich einig: Die Schlummertaste schadet mehr als sie hilft.

Warum: Unser Schlaf besteht aus mehreren Phasen (s. Abbildung). Die Schlummertaste kann diesen Zyklus durch das ständige Aufwachen und Weiterschlafen durcheinanderbringen. Dein Gehirn weiß nicht, ob es wach oder müde sein soll. Das kann wiederum zu einer verringerten Leistungsfähigkeit während des Tages führen.

Schlafzyklen

Tipp 4: Stretching als Teil der Morgenroutine

Ich habe es lange vernachlässigt meine Muskeln zu dehnen. Dabei ist Stretching eine fantastische Methode um fitter durch den Tag zu kommen. Ich fange meinen Tag daher mit einer 5-10 minütigen Stretching-Session an, indem ich mehrere Übungen nach einem strikten Plan durchführe.

Warum: Stretching hat viele Vorteile. Es sorgt für flexiblere und stärkere Muskulatur und kann beispielsweise Rückenschmerzen vorbeugen. Das ist insbesondere für Menschen wichtig, die den Großteil des Tages auf einem Bürostuhl sitzen. Regelmäßiges Dehnen verbessert zudem deine Blutzirkulation, wodurch du dich nach der Übung wacher und konzentrierter fühlen wirst.

Tipp 5: Kurzes Workout

Für ein Workout musst du nicht unbedingt in ein Fitnessstudio. Alles, was du brauchst, ist ein bisschen Platz und bestenfalls eine Trainingsmatte. Das Training muss auch keine 30 Minuten dauern. Es reichen bereits 7 bis 10 Minuten um von den Vorteilen zu profitieren. Ich selber nutze dafür die Seven App.

Warum: Eine frühe Trainingseinheit steigert die Aufmerksamkeit, Lernfähigkeit und hilft dir bessere Entscheidungen zu treffen. So die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2019.⁴ Andere Studien belegen, dass Fitnesstraining automatisch zu einer besseren und gesünderen Ernährung führen kann.⁵

Tipp 6: Yoga Morgenroutine

Eine tolle Alternative zum Stretching kann Yoga sein. Als Mann habe ich Yoga immer ein wenig verdrängt, bis mich meine Freundin eines Tages überredet hat, mit ihr eine Session zu machen. Es gibt tolle Videos auf YouTube, die sich insbesondere an Anfänger richten, wie dieses hier:

Warum: Es gibt zahlreiche Studien, die die positive Wirkung von Yoga belegen. Es wirkt gegen Stress, kann Schmerzen lindern, verbessert den Schlaf, sorgt für bessere Stimmung, hilft bei Depressionen und und und… Eine tolle Auflistung vieler Studienergebnisse findest du hier.

Tipp 7: Spazierengehen

Ein einfacher Spaziergang hat extrem viele Vorteile für deinen Körper und Geist. Dabei ist es egal, ob du eine Runde alleine, zu zweit oder mit dem Hund drehst. Nimm dir einfach die Zeit und genieße jeden Schritt.

Warum: Die Anzahl wissenschaftlicher Belege für die positiven Aspekte von Spaziergängen ist erdrückend. Es hilft gegen Krebs, Rückenschmerzen, Osteoporose, lindert Depressionen⁶ und kann sogar das Leben verlängern.⁷

Tipp 8: Gesundes Frühstück

Intervallfasten war lange Zeit Bestandteil meiner Morgenroutine. Ich habe nicht gefrühstückt und meine erste Mahlzeit erst um 13 Uhr zu mir genommen.

Am Anfang musste ich mich an das Hungergefühl gewöhnen, doch nach einigen Wochen war es kein Problem mehr. Ich habe jedoch festgestellt, dass es mir schwerfällt, mit leerem Magen fokussiert zu bleiben. Ich war anfällig für externe und interne Ablenkungen und hatte Probleme in den Flow zu kommen. Nachdem ich angefangen hatte, morgens gesund zu frühstücken, fiel es mir viel leichter.

Warum: Unsere Willenskraft oder Selbstregulation hängt stark von dem Blutzuckerspiegel ab. Je geringer dieser ist, desto schlechter können wir unser Verhalten kontrollieren und sind dadurch anfälliger für Ablenkungen und äußere Reize.⁸ Wenn du schon mal mit leerem Magen im Supermarkt warst, dann kennst du es bereits. Es landen viel mehr (oft zuckerhaltige) Sachen in deinem Einkaufskorb als sonst. Nach einem gesunden Frühstück steigt dein Blutzuckerspiegel kontinuierlich, wodurch du dich besser konzentrieren kannst und weniger anfällig für Ablenkungen bist. 

Tipp 9: Trinke Olivenöl

Ich bin ein großer Kreta-Fan und verbringe dort gerne meinen Urlaub. Anstatt in Hotels zu verweilen, mieten wir ein Auto und erkunden die Insel, um Menschen und Natur außerhalb der Touristenburgen kennenzulernen. Bei den Einheimischen spielt Olivenöl eine essenzielle Rolle. Sie verwenden es nicht nur als einziges Öl zum Kochen und Braten, viele fangen den Tag sogar mit einem halben Glas Olivenöl an. Doch so viel muss es gar nicht sein. Bereits ein Esslöffel bietet zahlreiche Vorteile.

Warum: In einer als Sieben-Länder-Studie bekannt gewordenen Untersuchung hatten die Männer auf Kreta deutlich weniger Herzinfarkte und lebten im Vergleich zu Männern aus anderen Ländern länger. ⁹ Die Forscher erklärten das mit dem reichlichen Konsum von Olivenöl. Und auch neuere Studien belegen die positive Wirkung von Olivenöl. Es senkt den Cholesterinspiegel, beugt Osteoporose und kann sogar den Wachstum von Brustkrebszellen hindern. ¹⁰

Morgenroutine Tipp 10: Esse Nüsse

Nüsse sind wirklich ein Superfood und zählen zu den gesündesten Lebensmitteln der Welt. Egal ob lose oder als Zusatz zum Frühstück - mach es zur Gewohnheit Nüsse zu essen. Empfohlen werden 20 Gramm pro Tag, also eine Handvoll.

Warum: Nüsse verstärken die Wahrnehmung, Lernfähigkeit, das Gedächtnis und andere Schlüsselfunktionen des Gehirns.¹¹ Zudem reduzieren sie das Krebsrisiko, helfen beim Abnehmen und können vor einen Herzinfarkt und Rheuma schützen.¹² Eine Studie fand heraus, dass sie sogar die Lebenserwartungshaltung verlängern können.¹³

Tipp 11: Kalt duschen

Ich war jahrelang Warmduscher, kaltes Wasser war tabu. Sogar an heißen Sommertagen empfand ich den Gang ins kühle Wasser nicht als Erlösung, sondern Folter. Umso schwieriger war es für mich, diese Gewohnheit zu bilden. Fange erstmal mit 30 bis 60 Sekunden an, gerne zum Schluss des Duschvorgangs. Davor sollte das Wasser nicht heiß, sondern lauwarm bis warm sein. Beim Wechsel zum kalten Wasser lässt du es zunächst über deine Extremitäten laufen und erst dann über den Oberkörper und den Kopf.

Warum: Eine kalte Dusche fördert die Durchblutung. Es macht dich zudem wach und sorgt für einen klaren Kopf. Studien zeigen zudem, dass es beim Abnehmen helfen kann, das Immunsystem stärkt und sogar bei Depressionen hilft. ¹⁴ ¹⁵ ¹⁶

Tipp 12: Morning Pages

Morning Pages sind eine „Erfindung“ von Julia Caeron, der Autorin des Buchs „The Artist’s Way“. Das Konzept ist sehr einfach. Gleich nach dem Aufstehen schreibst du in deinem Journal volle drei Seiten mit allen Gedanken, die dir durch den Kopf gehen.

Warum: Zahlreiche Studien belegen die positiven Auswirkungen von Journling - dem schriftlichen Festhalten deiner Gedanken. Einige davon sind ein höheres IQ und ein stärkeres Immunsystem. ¹⁷ ¹⁸ Viele Anwender von Morning Pages berichten zudem über mentale Klarheit und einen Boost an Kreativität.

Tipp 13: Meditation

Meditation hat mein Leben verändert und gehört zum festen Bestandteil der Morgenroutine. Alles, was du brauchst, ist ein Sitzplatz (Stuhl, Sitzkissen, du kannst aber auch auf dem Boden sitzen), 5 bis 20 Minuten Zeit und ein bisschen Ruhe. Schließe deine Augen und beobachte deinen Atem. Wenn du mit deinen Gedanken abdriftest, kehre zurück zu deinem Atem. Das war’s!

Warum: Meditation wurde von der Wissenschaft ausgiebig unter die Lupe genommen und die Beweislast für positive Wirkung ist erdrückend. Kaum eine andere Praxis hat so viele Vorteile und wirkt sich so positiv auf das Leben aus. Von Stressreduzierung über Schmerzlinderung bis hin zu besserer Konzentrationsfähigkeit. Eine tolle Liste mit zahlreichen Studien findest du hier.

Tipp 14: Meditatives Zähneputzen

Wenn es schnell gehen muss oder du nicht still sitzen kannst, dann kannst du die Praxis der Meditation auch beim Zähneputzen ausüben. Anstatt die einzelnen Schritte beim Putzen automatisch laufen zu lassen, nehme jeden einzelnen bewusst wahr. Atme beim Putzen durch die Nase und entspanne dabei deinen Nacken und dein Kinn. Achte auf die Bewegungen und auf den Geschmack der Zahnpasta.

Zähneputzen ist eine Gewohnheit, bei der wir komplett auf den Autopilot umschalten. Daher eignet es sich hervorragend für Achtsamkeitstraining.

Tipp 15: Produktive Meditation

Anstatt dich auf deinen Atem zu konzentrieren (wie bei der traditionellen Meditation), fokussiert du dich auf eine Frage, die dich beschäftigt. Dabei denkst du aber nicht an die Antworten. Sobald deine Gedanken abschweifen, kehrst du immer wieder zu deiner ursprünglichen Frage zurück. Das Konzept stammt aus dem Buch Deep Work von Cal Newport und kann auch mit einem Spaziergang kombiniert werden.

Warum: Produktive Meditation ist eine tolle Methode für tieferes Denken, mehr Produktivität und Kreativität. Ich nutze sie sehr oft bei mentalen Blockaden, die durch einen zu starken Fokus auf die Antwort und nicht auf das Problem entstehen. Durch das ständige Zurückkehren zum Problem trainierst du zudem den Umgang mit Ablenkungen, was langfristig deiner Konzentrationsfähigkeit zugutekommt.

Tipp 16: Negative Visualisierung

Ich habe bereits in jungen Jahren auf Rat eines Sportpsychologen angefangen meine Ziele zu visualisieren. Ein Vorhaben muss zunächst in deinem Kopf entstehen, bevor es materialisiert werden kann. Und je genauer du dir es vorstellen kannst, desto klarer auch die Richtung in die du gehen musst, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Dabei ist es wichtig, dass du dir nicht nur deine Erfolge vorstellst, sondern auch mögliche Hindernisse und Niederlagen, die du auf dem Weg dorthin begegnen könntest. Kurz: Sei skeptisch, da im Leben selten alles wie am Schnürchen läuft.

Warum: Rein positive Visualisierung ist laut einer Studie nicht nur wirkungslos, es kann sogar kontraproduktiv sein. Für dein Gehirn gibt es kaum Unterschiede zwischen der realen und der Fantasiewelt. Wenn du dir nur das Positive vorstellst und bereits in deinen Gedanken die Ziele problemlos erreichst, schaltet das Gehirn auf Zufriedenheit um und du landest in deiner Komfortzone. Dein Blutdruck sinkt und dein Herz schlägt langsamer - schlechte Vorzeichen, um mit voller Energie den Zielen und Wünschen entgegenzutreten.¹⁹

Tipp 17: Wim Hof Methode

Hast du schon von Wim Hof gehört? Der als „The Iceman“ bekannte Holländer ist eine interessante Persönlichkeit und hat eine Methode entwickelt, die gerade viel Aufmerksamkeit bekommt. Zusammengefasst geht es so: 1. Setze oder lege dich bequem hin. 2. Mache 30 Power-Atemzüge - du atmest kurz aber mit viel Kraft in deinen Bauch und deine Lunge ein und atmest kraftvoll wieder aus. 3. Halte deinen Atem. 4. Atme tief ein und halte es für fünfzehn Sekunden. 5. Wiederhole den kompletten Vorgang bis zu dreimal. 6. Nehme eine kalte Dusche. Hier geht es zum Video mit der Übung.

Tipp 18: Lese ein Buch

Lesen ist toll. Ein gutes Buch gleicht einer Unterhaltung mit einer weisen Person, die dir mehr über ein Thema beibringen oder eine spannende Geschichte erzählen möchte. Doch wie viele Bücher liest du im Monat? Bis vor wenigen Jahren waren es bei mir drei bis fünf Bücher pro Jahr…. Ich hatte einfach nie Zeit - zumindest dachte ich es. Geändert hat es sich, nachdem ich Lesen als festen Bestandteil meiner Morgenroutine integriert habe. Mit diesem kleinen Trick habe ich letztes Jahr 54 Bücher gelesen. Das ist mehr als ein Buch pro Woche. Wie?

Hier eine einfache Rechnung: Ein Sachbuch mit 250 bis 300 Seiten hat ca. 60.000 Wörter. Ein durchschnittliches Lesetempo beträgt 200 Wörter pro Minute. Das ganze Buch zu lesen dauert daher 300 Minuten, was fünf Stunden sind. Mit einer halben Stunde am Tag und jeweils einer Stunde und fünfzehn Minuten täglich am Wochenende bist du mit dem Buch in einer Woche durch.

Hier erfährst du über die Vorteile vom Lesen aus wissenschaftlicher Sicht. 

Morgenroutine Tipp 19: Bilde dich weiter

“Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.”

- Benjamin Britten -

Sich weiterzubilden bedeutet für mich nicht stehenzubleiben. Es geht darum, neue Sichtweisen und Perspektiven kennenzulernen und diese Theorien in der Praxis anzuwenden. Das häufige Problem: Keine Zeit. Doch Zeit ist kein passives Gut, das uns zufliegt. Wir müssen uns diese aktiv nehmen.

Warum: Es sind die kleinen Schritte, die zum Erfolg führen und nicht die großen Ereignisse, die oft nur die Spitze des Eisbergs sind.

Wenn ich dir heute 100€ geben und du diesen Betrag täglich um 1% erhöhst, dann wirst du nach einem Jahr 3.778,34€ auf deinem Konto haben (= 100€ x (1 + 1%) ^ 365). Das sind 37,78 Mal mehr als du am ersten Tag hattest.

Und das funktioniert auch, wenn wir unsere Fähigkeiten verbessern wollen: Wenn du jeden Tag nur 1% besser wirst als am Tag zuvor, dann wirst du nach einem Jahr 37 Mal besser sein, als am ersten Tag.

Egal ob du dein Wissen zu einem Thema vertiefen oder eine Sprache lernen willst - fange einfach an und mache einen kleinen Schritt nach dem anderen. 


Tipp 20: Übe Dankbarkeit

Oft laufen wir der Vergangenheit hinterher und erinnern uns gerne an „die guten alten Zeiten“. Oder wir leben in der Zukunft und versuchen ein Ziel zu erreichen, von dem wir ausgehen, dass es uns glücklich machen wird (was oft nicht zutrifft). Dankbarkeit ist eine Möglichkeit, sich mit der Gegenwart zu beschäftigen. Leider wird sie nur von wenigen Menschen praktiziert, obwohl wir diese sogar trainieren können.

Und so geht es: Schreibe jeden Tag in deinem Journal eine einzige Sache auf, für die du dankbar bist. Je öfter du es machst, desto größer die positiven Effekte.

Warum: Was sich zunächst nach Voodoo der positiven Psychologie anhört, hat eine sehr solide wissenschaftliche Basis. Dankbarkeit kann uns glücklich machen und gilt sogar als Schlüssel zum Wohlbefinden.²¹ ²² Wenn du Dankbarkeit ausübst, stimulierst du den Hypothalamus, der Stress reguliert, und die Area tegmentalis ventralis, die als Zentrum der Antriebslosigkeit gilt.

Tipp 21: Planen deinen Tag

Bevor der Tag losgeht, nimm dir Zeit und schreibe alle Sachen auf, die du zu erledigen hast. Als Nächstes pflegst du diese Sachen in deinen Kalender ein. Dabei solltest du versuchen, die Zeiten so realistisch wie möglich einzuschätzen. Anstatt eines Kalenders kannst du auch ein Journal nutzen und die Uhrzeiten einfach per Hand eintragen. Bei mir sieht es so aus: 

Erfolgsjournal Tagesübersicht

Warum: Im Gegensatz zu einer langen To-do-Liste, wirst du schnell merken, dass du vermutlich nicht alle Aufgaben an einem Tag erledigen kannst. Ein Plan hilft dir daher automatisch zu priorisieren. Wir neigen zudem dazu, weniger rationale Entscheidungen zu treffen je länger der Tag dauert. Ein Phänomen, das die Psychologen Decision Fatigue nennen. Mit einem Zeitplan beugst du dem vor, da du alle Aufgaben bereits am Morgen eingeplant hast. 

Diesen Tipp kannst du auch als Teil deiner Abendroutine umsetzen. 

Tipp 22: The ONE Thing

Anstatt sich auf viele Sachen zu stürzen, nehme dir eine einzige vor, die dich am effektivsten deinem Hauptziel näher bringt. Über dieses Konzept gibt es sogar ein ganzen Buch mit dem überraschenden Titel The ONE Thing. Es klingt banal, kann aber viel bewirken. Mein ONE Thing am morgen ist zum Beispiel dieser Blog. Genauer gesagt schreibe ich seit Monaten täglich 500 Wörter. Es ist nicht viel, doch die Kontinuität macht's.

Warum: Beim Erfolg - und damit meine ich das Erreichen der persönlichen Ziele - geht es darum, die richtigen Sachen zu machen und nicht darum, vieles richtigzumachen. Das ist ein entscheidender Unterschied. Es ist zudem sehr motivierend, wenn ich bereits am Morgen die EINE Sache abhaken kann. Auch wenn der Rest des Tages unproduktiv verläuft, kann ich abends mit einem guten Gefühl einschlafen, da ich das Wichtigste geschafft habe.

Tipp 23: Mache das Wichtigste zuerst

Egal wie viel du dir am Tag vorgenommen hast, mache die wichtigste Aufgabe zuerst. Es kann dein „ONE Thing“ sein oder aber einfach ein lästiger Task, den du immer vor dich hingeschoben hast. Wenn bei mir die Steuererklärung ansteht, dann plane ich diese immer für die Morgenstunden ein. Es kann aber auch eine Aufgabe auf der To-do-Liste sein, die du jeden Tag neu einplanst, in der Hoffnung, diese endlich zu erledigen.

Warum: Jeder von uns verfügt über Willenskraft. Es ist die Fähigkeit unangenehme Sachen zu machen oder diesen zu widerstehen. Bei manchen Menschen ist diese stärker als bei anderen. Was jedoch für alle gilt: Unsere Willensstärke ist eine endliche Ressource, die abnimmt, je länger der Tag dauert. Du musst dir diese wie einen Muskel vorstellen, der ermüdet, je mehr er belastet wird. Eine Aufgabe zu machen, die viel Willenskraft erfordert, funktioniert daher morgens besser als abends, da unsere Tanks dann noch voll sind.

Willenskraftmuskel

Tipp 24: Reflektiere deine Ziele

Menschen, die ihre Ziele aufschreiben, sind erfolgreicher als diejenigen, die es nicht machen. So die Ergebnisse einer Studie der Dominican University of California.²³ Doch das ist nur der Anfang. Wenn du die Wahrscheinlich deutlich steigern möchtest diese zu erreichen, dann solltest du sie regelmäßig reflektieren. Anstatt sie nur anzuschauen, rufe sie in deinem Kopf ab und schreibe einige Gründe auf, warum es ausgerechnet diese Ziele sind.

Warum: Wir können uns an Sachen besser erinnern, wenn wir diese aus den eigenen Gedanken zusammenbauen und nicht nur lesen. Dieses Phänomen nennt sich in der Psychologie der Generation effect.

Tipp 25: Bleibe Offline

Der Griff zum Handy ist für viele oft die erste Tätigkeit nach dem Aufwachen. Die Sucht nach dem Dopaminkick und das Gefühl nichts verpassen zu wollen sind die Gründe dafür. Doch es geht anders. Ich nehme in der ersten Stunde nach dem Aufstehen das Handy nicht in die Hand. Ich habe mir einen traditionellen Wecker besorgt, sodass ich das Handy über Nacht außerhalb des Schlafzimmers lassen kann. Dadurch komme ich gar nicht in die Versuchung es morgens in die Hand zu nehmen.

Warum: Im Schnitt checken wir das Handy 85 Mal pro Tag.²⁵ Es erfolgt meist unbewusst und automatisch. Es ist eine Gewohnheit. Das Problem dabei: in dieser Zeit geben wir die Kontrolle ab über unser Tun. Anstatt das zu machen, was wir machen wollen, lassen wir uns von der Äußeren Umständen und Ereignissen lenken. Das endlose Scrollen durch Facebook, Insta oder YouTube ist in der Regel unproduktiv und eine verlorene Zeit.

Tipp 26: Lüfte gut durch

Nach dem Aufstehen begebe ich mich in der Regel in das Arbeitszimmer, um zu meditieren und dann zu arbeiten. Doch zuvor lüfte ich den Raum ordentlich für fünf bis zehn Minuten durch. Unser Gehirn verbraucht 25% des Sauerstoffs, den wir einatmen. Sorge dafür, dass er genug davon bekommt.

Warum: Ein geringer Sauerstoffgehalt im Blut führt zu einer geringeren Fokus- und Beurteilungsfähigkeit und schlechteren Koordination. Eine Studie untersuchte den Zusammenhand zwischen der Luftqualität in einem Raum und der Produktivität. Das Ergebnis war eindeutig. In gut belüfteten Räumen war die Leistung in den kognitiven Aufgaben um 60 bis 100 Prozent besser.²⁵

Und jetzt kommst du

In diesem Artikel hast du 26 Ideen und Tipps kennengelernt, die dir dabei helfen, deine eigene Morgenroutine aufzubauen.

Doch warum solltest du das überhaupt?

Job, Termine und Verpflichtungen sind fester Bestandteil unseres Alltags. Wenn der Tag richtig losgeht, dann sind wir erstmal gefangen, diesen Verpflichtungen nachzukommen. Der Kreislauf endet erst abends, wenn wir nach Hause kommen und unsere Energietanks leer sind. Obwohl wir hart arbeiten, haben wir keine Zeit für uns und unsere Ziele.

Eine Morgenroutine kann dir dabei helfen das zu ändern. Anstatt dem Tag hinterherzulaufen, führst du diesen bewusst voran. Du hast Zeit für Sachen, die du machen willst und nicht die, die du machen musst - ein kleiner aber feiner Unterschied wie du den Tag anfängst.

Hat dir der Artikel gefallen?

Dann abonniere meinen Newsletter, in dem ich einmal in der Woche die besten Artikel, Ideen und Strategien für mehr Kreativität, Fokus und Produktivität teile. 

Quellen

1. https://www.zeit.de/campus/angebote/brita/schlau-trinken/index
2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23241646
3. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57189/Koffein-staerkt-Langzeitgedaechtnis-in-Studie
4. https://bjsm.bmj.com/content/early/2019/04/24/bjsports-2018-100168
5. https://www.nature.com/articles/s41366-018-0299-3.epdf
6. https://www.zeit.de/sport/2012-03/laufen-joggen-spazieren-medikament-bewegung
7. https://academic.oup.com/ajcn/article/101/3/613/4569416 
8. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18453466/
9. https://www.sevencountriesstudy.com/about-the-study/
10. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64141/Studie-Mittelmeerdiaet-mit-Olivenoel-schuetzt-vor-Brustkrebs
11. https://www.eurekalert.org/pub\_releases/2017-11/llua-sfc111417.php
12. https://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Nuesse-Gesunde-Kraftpakete-556491.html
13. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63123/Nuesse-verlaengern-das-Leben
14.https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S030698770700566X
15.https://journals.plos.org/plosone/articleid=10.1371/journal.pone.0161749
16. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22269323/
17. https://journals.uvic.ca/index.php/WPLC/article/viewFile/5160/2132
18. https://www.apa.org/monitor/jun02/writing
19. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S002210311100031X
20. https://www.wimhofmethod.com/science
21. https://www.psychologytoday.com/us/blog/mindful-anger/201807/science-proves-gratitude-is-key-well-being
22. https://www.health.harvard.edu/healthbeat/giving-thanks-can-make-you-happier
23. https://scholar.dominican.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1265&context=news-releases
24. https://www.zukunftsinstitut.de/fileadmin/user_upload/Trend_Update/Mindful_Business/Info01-Smartphone-User.pdf
25. 
https://dash.harvard.edu/handle/1/27662232

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
>